Best Practice
Als ich vor circa einem Jahr mit der Astronomie begonnen habe dachte ich schon, dass ich viel zu lernen habe und ich hab mich schon darauf gefreut!)) Sogar mit meiner kleinen Ausrüstung wird alles etwas verwirrend und ich verliere den Überblick.

Es ist Zeit, meine gängigen Hardware-Kombinationen zu erfassen und für den jeweiligen Zweck einzuordnen. Meinen „Workflow“ am Teleskop und am PC beschreibe ich weiter unten auch noch.
Hardware | |
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Teleskope | BRESSER Messier AR-90L/1200 SkyWatcher N 130/900 Teleobjektiv 70-200 |
Kameras | Nikon D3100 astromod. (4608×3072, 5.01µm, Cropfaktor: 1.56) Nikon D7500 (5568×3128, 4.2µm, Cropfaktor:1.5) Svbony SV705C (3856×2180, 2.9µm, Cropfaktor: 3.3) Svbony SV305 (1920×1080, 2.9µm, Cropfaktor: 6.7) |
Linsen und Filter | Barlow 2x UHC Filter |
Himmel über Linz | Das Seeing wird in Bogensekunden angegeben und begrenzt die Aufnahmequalität stark. Linz hat wohl kaum weniger als 1.5″ eher >2.5″. Bortle Klasse 6 oder 7. |
Meine „Lieblingskombinationen“ waren bisher der SkyWatcher N 130/900 + Nikon/SV705C + UHC Filter oder das Teleobjektiv (70-200) + Nikon/SV705C.
Das Linsenteleskop habe ich bisher „nur“ gegen die Sonne gerichtet (mit Sonnenfilter natürlich). Aber weil mir die Teleskopschiene etwas wackelig erscheint habe ich es kaum im Einsatz. Das will ich ändern, aber Schritt für Schritt!
Die SV305 benutze ich im Sucher und zum Guiding, was bisher noch nicht geglückt ist! Entweder kann meine Montierung keine Steuerbefehle verarbeiten oder es sind zu wenige Sterne am Bild oder die Software streikt. Eine weitere Baustelle.
Die Nikon D7500 hat sicher weniger Rauschen als die sehr alte Nikon D3100, aber die ist halt astromodifiziert. Letztlich unterscheiden sie sich, aus technischer Sicht, nicht so gravierend. 5.0 zu 4.2µm in Pixelgröße und 1.56 zu 1.5 im Cropfaktor.
Auch die beiden Astrokameras sind in der Pixelgröße identisch, was hier zu den selben Ergebnissen führt.
Einen systematischen Vergleich habe ich noch nicht gemacht, es dauert alles eben etwas länger und hier in Linz sind die klaren Nächte sind sehr selten. Dezember ’24 und Jänner ’25 zB. waren ganz schlecht. Ich brauche hier viel Vitamin D in Tropfenform, sonst geht das gar nicht. ))
Aus technischer Sicht ergibt sich diese unvollständige Tabelle (Annahme: Das Seeing ist mittelmäßig 2-4″):
Teleskop | Kamera | Zusatz | Ergebnis |
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SkyWatcher N 130/900 | Nikon | Barlow 2x (ohne kein Fokus!) | 0.57″/Pixel |
SkyWatcher N 130/900 | Svbony | 0.66″/Pixel | |
Teleobjektiv 200 | Nikon | 5.16″/Pixel | |
Teleobjektiv 200 | Svbony | 2.99″/Pixel | |
Teleobjektiv 200 | Svbony | Barlow 2x | 1.5″/Pixel |
BRESSER Messier AR-90L/1200 | Svbony | 0.5″/Pixel |
Für DeepSky Bilder wären 0.67 – 2″/Pixel erstrebenswert. Darunter ist der oversampling Bereich (zu große FWHM) darüber der undersampling Bereich (zu kleine FWHM).
Ergebnis
- Das Teleobjektiv ist aufgrund der kurzen Brennweite eher weniger für die DeepSky Fotografie geeignet. Aber mit einer Barlow Linse eigentlich schon! Mal sehen, ob ich dann noch fokussieren kann.
- Alle anderen Kombinationen führen zu oversampling.
- Wenn man noch schlechtere Bedingungen annimmt, was in Linz durchaus legitim ist, dann wird wohl noch mehr oversampling heraus kommen.
Fazit
- Ich muss das Teleobjektiv zusammen mit einer Svbony und einer Barlow testen. Nachtrag: Der Adapter für das Nikon Objektiv hat ein Schraubgewinde. Die Barlow Linse kann ich so nicht benutzen. Da braucht es weitere Adapter. (
- Mittels 2×2 binning wären alle Ergebnisse im optimalen Bereich (einfach das Ergebnis x2). Also auch das Testen!
Workflow am Teleskop
Grobe Liste der Schritte:
- Teleskop möglichst horizontal aufstellen und nach Norden ausrichten.
Da der Polarstern nicht von überall im Garten sichtbar ist, verwende ich einen Kompass, der dabei aber nicht besonders gute Ergebnisse liefert. Teleskop auf „Anfangsstellung“. - Raspberry PI, Kameras, Kabel, Stromversorgung anschließen. Der Raspberry sitzt auf der Gegengewichtstange.
Die Stromversorgung liefert ein langes Kabel und ein 12V Netzteil. Im „Feld“ benutze ich einen Akku. - Verbindung zum Raspberry PI über VNC herstellen.
Im Garten funktioniert mein W-LAN noch ganz gut. Ich denke aber darüber nach, meine PowerLan Stecker zu benutzen, weil ich ja sowieso ein Stromkabel zum Teleskop lege. Dann ist die Verbindung eventuell schneller und stabiler. Nachteil: Der Rasperry PI hat ein Kabel mehr „zum Boden“, das sich verheddern kann.
Im „Feld“ mache ich am Handy einen Hotspot. - Verbindung von KStars zu den Kameras und der Montierung (INDI-Server).
- Anfahren eines hellen Sterns mittels Nachführkamera und Platesolving in KStars.
- Fokus am Teleskop mittels Bahtinov-Maske finden.
- Zurück zur „Anfangsstellung“ fahren (mittels OnStep-App)
- „Etwas“ nach SO fahren und das „Polar Alignment“ durchführen.
Das dauert meist eher lange (bis zu 30 Minuten), weil KStars manchmal dabei abschmiert. - Objekt anfahren, Bilder aufnehmen
Workflow in KStars
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Workflow am PC
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